Bewirtschaftung von Regenwasser, Dachbegrünung

Bürgervorschlag
von: hewi; 23.06.2010; Nummer: 3745
Stadtteil: Trier (gesamt); Wirkung: Einnahme; Thema: Abgaben, Steuern
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Anstatt Regenwasser über die Mischwasserkanalisation der Kläranlage zuzuführen, sollte dessen Bewirtschaftung gefördert werden.
In einem ersten Schritt könnte die Stadt ihre eigenen Dachflächen an Zisternen anschließen und mit diesem Grauwasser ihre eigenen Toiletten betreiben.
Im zweiten Schritt könnte über eine unterschiedliche Abgabenordnung für versiegelte Flächen/Dachflächen nachgedacht werden, damit sich für Hausbesitzer der Einbau der Zisternen lohnt, weil die "Entsorgung" über das Kanalnetz teurer wäre, auf Dauer.
Mit den höheren Abgaben könnten Einnahmen erzielt werden, die wiederum dem Klimaschutz zugute kommen.
Alternativ:
Begrünte Dächer könnten aufgrund ihres geringeren Wasserabflusses abgabentechnisch begünstigt werden, was über die Jahre zu mehr Gründächern führen sollte und dem innerstädtischen Klima gut tut.

Redaktion
Zuständigkeit: 
Stadt zuständig
Prüfung durch den Rat: 
wird geprüft
Verwaltung empfiehlt: 
bereits umgesetzt

Status der Umsetzung

Rat stimmt zu, Dritte zuständig

Ergebnis des Rates

Die Möglichkeit der Einflussnahme durch die Stadt Trier auf die Entscheidungen der Stadtwerke Trier ergeben sich nur über die Vertreter/innen des Stadtrates in den jeweiligen Gremien. Der Stadtrat wird über diese Vertreter/innen eine weitere Optimierung bei der Bewirtschaftung von Regenwasser und Dachbegrünung unterstützen.

Verwaltungshinweis für den Rat

1. Regenwasserzisternen
Die Nachrüstung bestehender Gebäude mit Regenwasserzisternen ist in den meisten Fällen wohl grundsätzlich möglich, jeiodch immeer mit einem hohen baulichen und finaziellem Aufwand verbunden. Da es regelmäßig nicht genügt nur eine Zisterne bei dem entsprechenden Objekt einzubauen, sondern immer auch aufwendige Installationsarbeiten für das Wasserverteilnetz erforderlich sind. Es muss ein komplett 2. Kaltwassernetz paralell installiert werden.

Hier nocheinmal der Kommentar der SWT zu einem ähnlichen Vorschlag aus 2009

"Neben den rein formalen Gegebenheiten, die einer möglichen Realisierung im Ergebnis aber nicht entgegenstehen würden, ist letztlich die Frage der Wirtschaftlichkeit von Bedeutung.

Was Schulen, Verwaltungsgebäude etc. anbelangt, kommt Regenwasser faktisch nur für die WC Spülung in Betracht. Hier müssten in Abhängigkeit von den „Benutzungen“ Berechnungen der Wirtschaftlichkeit für jedes Objekt als Entscheidungsgrundlage für Verwaltung und Rat angestellt werden. (Investitionskosten für das Zisternenbauwerk, doppeltes Leitungsnetz für Kaltwasser, etc.)

Vergleich: Kosten Wasser Kosten Abwasser zusammen

Wasserbezug 80 cbm 135,20 € 122,40 € 257,60 €

bei RW Nutzung 0,00 € 122,40 € 122,40 €

Für Sportstätten- und Friedhofsbewässerung (mit Ausnahme der vorhandenen Dusch-/WC Anlagen) werden regelmäßig keine Kanalbenutzungsgebühren erhoben, so dass hier der Trinkwasserbezug „theoretisch“ weitgehend entfallen könnte. Faktisch besteht bei diesen Anlagen aber insbesondere im Sommer ein großer Bewässerungsbedarf, wenn die Zisternen leer sind bzw. sich nicht mehr füllen und dann doch Frischwasser „nachgetankt“ werden muss. Weiter ist bei diesen Objekten zu berücksichtigen, dass das Verhältnis Freiflächenanteil / Regenwassersammelfläche extrem ungünstig ausfällt.

Modellrechnung: Im Bereich der Stadt Trier fallen durchschnittlich ca. 800 mm Regen bzw. 0,8 cbm/Jahr/qm, das sind je 100 qm befestigter Fläche = 80 cbm Regenwasser/Jahr, die als Frischwassersubstitution prinzipiell zur Verfügung stehen würden.

Fazit: Regenwassernutzung ist sicher sinnvoll, aber nur da, wo sie sich wirtschaftlich darstellen lässt. Bekanntlicherweise haben wir in Deutschland kein Trinkwasserproblem. Im Gegenteil: rückläufige Verbräuche führen bei hohen Fixkostenanteilen von Wasser und Abwasser zwangsläufig zu Einheitspreiserhöhungen."

2. Dachbegrünungen

Das Amt für Gebäudewirtschaft verfolgt bereits seit längerem die hier vorgeschlagene Strategie zur Verbesserung des Wasserhaushalts und des innerstädtischen Klimas Neubauten, die mit Flachdächern, oder flachgeneigten Dächern geplant sind, Gründächer zu realisieren. Beispielhaft seien erwähnt: die 4 Gebäude am Petrispark, die Grundschule Tarforst, die Sport und Mehrzweckhalle am Mäusheckerweg.
Bei Dachsanierung wird ebenso dem Gründach immer Vorrang eingeräumt sofern die Statik des Daches dies zulässt. Hier sei Beispielhaft auf folgende Objekte verwiesen: Friedhofsgebäude in Ruwer, Ehrang und am Hauptfriedhof, die Nebengeäude an der Ausoniusgrundschule, das Dach des AVG Neubaus, etc..